ASV steigt aus der 2. Bundesliga ab
Das gestrige Finale gegen den Abstieg mit der zweiten Mannschaft des Hamburger SK ging für uns leider 3:5 verloren. Nach den glücklichen Ergebnissen vom Samstag boten wir am Sonntag die stärkste Mannschaft auf, die unser Kader hergibt, erstmals mit sowohl Oliver an Brett 1 als auch Christian an Brett 2. Es hat aber nichts genützt...
Für uns entfernte Beobachter, also die Spieler der zweiten Mannschaft, die zeitgleich in Dinslaken einen NRW-Liga-Kampf spielten, sah die Sache recht spannend aus. Nach einiger Zeit stand es im Ergebnisdienst des DSB 3:3. Oscar war gegen seine Landsfrau IM Eline Roebers, die vielleicht besonders motiviert war, weil sie es am Vortag verpasst hatte, den Klassenerhalt für Hamburg klar zu machen, schwer unter die Räder gekommen. Thai hatte auch seine zweite Partie an diesem Wochenende gewonnen, wieder mit Schwarz, und ausgeglichen. Die Weißpartien von Oliver und Thomas liefen noch. Aber wie wir später erfuhren, standen beide nicht gut und die Kiebitze vor Ort wussten schon lange, dass das nichts mehr wird. Oliver versuchte aus ungünstiger Stellung heraus noch auf Gewinn zu spielen, ein Sieg musste ja unbedingt her, was aber dazu führte, das er als erster seine Partie verlor. Längere Zeit später musste auch Thomas nach einer 140-zügigen Seeschlange die Waffen strecken. Letztlich blieb der Eindruck, dass Hamburg einfach stärker war und im entscheidenden Spiel die nominelle Favoritenstellung auch auch in Punkte ummünzen konnte.
Im Endeffekt stehen, genau wie Vorjahr, 7 Mannschaftspunkte und der 10. Platz, also der erste Abstiegsplatz, zu Buche. Der Unterschied ist, dass es dieses Jahr keine Anzeichen dafür gibt, dass wieder eine Mannschaft zurückzieht und uns (mal wieder) über den Umweg "Grünen Tisch" der Klassenerhalt zuerkannt wird. Vom Saisonverlauf her fühlt sich der Abstieg dieses Jahr besonders überflüssig an, denn ein paar Mannschaftspunkte mehr wären drin gewesen. Besonders ärgerlich war z.B. das kampflos verlorene Brett gegen Lister Turm (der Kampf ging 4:4 aus). Aber wenn man ehrlich ist, gehört ein Verein, der seinen Spielern nicht verbietet, am Spieltag mit der Bahn anzureisen, bestraft,..., und so kam es dann ja auch. Kurios auch das 4:4 gegen unseren Reisepartner SG Porz. Diesen Kampf hätten wir gefühlt gewinnen müssen, besonders wegen folgender Partie. Die hatte einen derart kuriosen Verlauf genommen, dass der Spielleiter des DSB, als er die Partie zur Veröffentlichung im Ergebnisdienst vorbereiten wollte, bei mir anrief, um sich zu erkundigen, ob die Notationen richtig seien:
Auch das 3:5 gegen Erkenschwick war das Resultat eines Figureneinstellers in Gewinnstellung. Natürlich ist eine gewisse Anzahl von "Patzern" im Laufe einer Saison normal und einzuplanen. (Sonst könnte man leicht zum Glauben kommen, dass wir in der Bundesligasaison 2019/21 durch Unterlassen dieses und jenes Fehlers locker deutscher Meister hätten werden können...) Aber trotzdem bleibt der Eindruck, dass dieses Jahr die Chancenverwertung besonders unzulänglich war. Und als "Underdog" in einer Liga, die - besonders nach der Reform zur Zweigleisigkeit - Jahr für Jahr stärker zu werden scheint, kann man sich das nicht leisten.
Nun gut, nächstes Jahr also (voraussichtlich) Oberliga NRW, auch eine starke Liga...