Bielefelder SK – ASV II 5-3
Am Sonntag, 18.01.2026 spielte unsere zweite Mannschaft in Bielefeld. Gleichzeitig trat die erste Mannschaft in der 2. Liga Nord an und hatte wegen einiger Ausfälle erhebliche Aufstellungssorgen. So mussten wir Hans-Hubert und Patrick und am Samstag auch noch Thomas an die Erste abgeben.
Glücklicherweise konnte Klaus am Sonntag spielen, so dass wir Thomas in Erkenschwick abholen und mit nach Bielefeld nehmen konnten. Gleichzeitig kam die komplette Familie Ahn mit Vater Martin, Sohn Maximilian and Tochter Anastasia zum Einsatz. Trotzdem waren die Bielefelder, zurzeit mit Aufstiegsambitionen auf Tabellenplatz 2, an fast jedem Brett Elo-Favorit.
Wegen der großen Entfernung - wir hätten am Sonntag um 7:30 Uhr losfahren müssen - entschieden wir uns, mit der gesamten Mannschaft schon am Samstag anzureisen. Wir übernachteten in der Bielefelder Innenstadt und staunten nicht schlecht, dass es in der Fußgängerzone im Gegensatz zu Aachen quasi keine Leerstände gibt.
An Brett 1 spielte Norbert mit Weiß gegen die Kan-Variante, die sein Gegner unorthodox mit d7-d5 behandelte. Ich konnte zwar in der Eröffnung das Läuferpaar gewinnen, aber schon direkt im nächsten Zug vergab ich den geringen Vorteil durch eine Ungenauigkeit. Mein Gegner bot kurz darauf remis an und so endete die Partie friedlich.
An Brett 4 von Martin geschah zu Anfang kurioses. Der Schiedsrichter hatte nicht die Paarungen vorgelesen und so saß der Spieler von Brett 6 Martin an Brett 4 gegenüber. Als nach ein paar Minuten und wenigen Zügen der verspätete Spieler IM Grün sich an Brett 4 setzen wollte, fiel das Problem auf. Nach kurzen Diskussionen wurden die Partien an Brett 4 und 6 dann neu begonnen.
Schon kurz nach dem ersten Remisschluss kam man in ausgeglichener Königsindischer Stellung auch an Martins Brett zum Ergebnis, dass die Partie von keiner Seite zu gewinnen war und einigte sich auf remis.
An Brett 7 spielte Maximilian mit Weiß gegen einen Grivas-Sizilianer. Er rochierte mutig lang und begann einen Königsangriff. Sein Gegner begann ebenfalls einen Bauernsturm und so entstand eine scharfe Stellung. In unklarer Lage einigte man sich auf remis.
Philipp an Brett 2 erreichte mit Schwarz gegen das Vierspringerspiel nach komplizierter Eröffnung eine aussichtsreiche Stellung. Er konnte nach und nach seinen jungen Gegner überspielen und erreichte sogar eine Gewinnstellung. Danach spielte er aber ungenau und die Partie wurde doch nur remis.
Leon an Brett 5 hatte nach der Eröffnung etwas Vorteil. Er tauschte sein Läuferpaar gegen einen Angriff und sein Gegner musste auf Messers Schneide verteidigen. Vermutlich stand Leon auf Gewinn, konnte aber in den komplizierten Varianten nicht den richtigen Weg finden. Er wickelte in ein klar vorteilhaftes Endspiel ab, spielte dann aber ungenau und verlor am Ende noch.
Sehr schade. An Brett 2 und 5 wäre deutlich mehr drin gewesen.
Marc spielte an Brett 6 mit Schwarz eine supersolide Variante. Nach der Eröffnung hatte er einen zusätzlichen Doppelbauern am Königsflügel, der seine Königsstellung sicher machte. Der Gegner hatte dafür zwar eine Mehrheit am Damenflügel, aber diese ließ sich nicht leicht mobilisieren. Marc versuchte alles und spielte noch sehr lange, konnte aber em Ende nicht mehr als ein Remis herausholen.
Anastasia saß an Brett 8 einer Gegnerin im ungefähr gleichen Alter gegenüber. Diese spielte gegen den Sizilianer Lb5 Schach, opferte später einen Bauern für positionelle Kompensation und erreichte minimalen Endspielvorteil. Langsam aber sicher verstärkte sie ihre Stellung und Anastasia konnte keinen guten Gegenplan finden. Am Ende musste sie aufgeben.
Thomas, unser Topscorer, spielte an Brett 3 mit Weiß gegen Spanisch. Nach spätem Tausch des Läufers gegen den Springer entstand eine Stellung, die dem Abtausch-Spanier ähnelte. Sie stellte sich als bequem für Schwarz heraus und im Endspiel konnte der Gegner sogar einen Bauern erobern. Es waren aber so wenige Bauern übrig geblieben, so dass die Stellung nicht zu gewinnen war. Der Gegner versuchte es noch lange, aber Thomas verteidigte das Endspiel zäh und erreichte remis.
Das war insgesamt leider eine 3-5 Niederlage, bei der wir zwischenzeitlich Chancen mindestens auf ein 4-4 hatten. Schade. Trotzdem war das ein ordentliches Ergebnis gegen eine Mannschaft mit durchweg höherer Rating.